Das Reh ist weg, die Front ist hin – und die Teilkasko fragt: Können Sie den Zusammenstoß belegen?
Die Wildschadenbescheinigung
Ehrlich. Direkt. Verlässlich.
Die Wildschadenbescheinigung ist das Papier, mit dem Polizei oder Jagdpächter den Wildunfall bestätigen. Sie ist keine gesetzliche Pflicht – aber sie ist in der Praxis der wichtigste Beleg gegenüber der Teilkasko. Diese Seite erklärt, wer sie ausstellt, was hineingehört, was die Kasko wirklich versichert und was zu tun ist, wenn Sie keine bekommen haben.
Kasko ist Vertragsrecht: Was Ihre Teilkasko leistet, steht in Ihren Versicherungsbedingungen – nicht im Schadensersatzrecht.
Kfz-Meister · Dozent an der Handwerkskammer · DAT Expert Partner mit SilverDAT 3 · Personenzertifizierter Sachverständiger nach DIN EN ISO/IEC 17024 – zertifiziert durch die ADA InVivo BV, Zertifikat-Nr. 140985 · eigene Prüfhalle mit drei Hebebühnen · durchweg Top-Bewertungen bei Google
Was ist eine Wildschadenbescheinigung – und wer stellt sie aus?
Die Wildschadenbescheinigung ist eine kurze schriftliche Bestätigung darüber, dass an einer bestimmten Stelle zu einer bestimmten Zeit ein Fahrzeug mit Wild zusammengestoßen ist. Ausgestellt wird sie in der Regel von der Polizei oder vom zuständigen Jagdpächter beziehungsweise Jagdausübungsberechtigten – auf der Landstraße zwischen Kusel und Kaiserslautern ist das häufig der Revierinhaber, der ohnehin gerufen wird, wenn das Tier verletzt geflüchtet ist.
Eine gesetzliche Pflicht, sich diese Bescheinigung ausstellen zu lassen, gibt es nicht. Trotzdem verlangt sie fast jeder Versicherer – und zwar aus einem einfachen Grund: Sie müssen den Zusammenstoß beweisen, nicht die Versicherung ihn widerlegen. Ohne Zeugen, ohne Tier und ohne Bescheinigung bleibt nur das Schadenbild am Fahrzeug. Genau dort fängt unsere Arbeit an.
Was in die Bescheinigung gehört: Datum und Uhrzeit · genaue Unfallstelle (Straße, Kilometer, Fahrtrichtung) · Fahrzeug und Kennzeichen · Tierart, soweit erkennbar · was mit dem Tier passiert ist (verendet, geflüchtet, Nachsuche) · Name und Unterschrift des Ausstellers. Fotos von der Unfallstelle, von Haaren am Fahrzeug und – falls vorhanden – vom Tier gehören dazu.
Und noch etwas Praktisches: Fahren Sie nicht einfach weiter. Ein angefahrenes, flüchtendes Tier ist ein Fall für die Nachsuche. Der Anruf bei der Polizei kostet Sie zehn Minuten – und rettet später die Regulierung.

Was Ihre Teilkasko beim Wildunfall wirklich versichert
Der Wildunfall ist ein Kaskofall, kein Haftpflichtfall. Es gilt Vertragsrecht: maßgeblich sind Ihre Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung. Die Musterbedingungen (AKB 2015) formulieren unter A.2.2.1.4: „Versichert ist der Zusammenstoß des in Fahrt befindlichen Fahrzeugs mit Haarwild im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesjagdgesetzes (z. B. Reh, Wildschwein).“ Aus diesem einen Satz folgen drei Bedingungen:
1. Zusammenstoß
Es muss eine Berührung gegeben haben. Wer ausweicht und im Graben landet, ohne das Tier zu berühren, hat nach dem Wortlaut vieler Bedingungen keinen Teilkaskofall – das ist der berührungslose Wildunfall. berührungsloser Wildschaden im Fachwissen →
2. In Fahrt befindlich
Das Fahrzeug muss sich bewegt haben. Ein Wildschwein, das nachts das parkende Auto beschädigt, fällt nicht unter diese Klausel – dort kann je nach Tarif eine andere Position greifen.
3. Haarwild
Reh, Wildschwein, Hirsch, Fuchs, Hase – Haarwild nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 BJagdG. Der Hund, die Kuh, der Vogel sind es nicht. Viele moderne Tarife erweitern den Schutz ausdrücklich auf „Tiere aller Art“. Ob Ihrer dazugehört, steht in Ihrem Versicherungsschein.
Damit ist klar, warum die Bescheinigung so wichtig ist: Sie belegt die Punkte 1 und 3 – Zusammenstoß und Tierart. Punkt 2 ergibt sich aus dem Schadenbild. Und weil in der Kasko das Vertragsrecht gilt, gibt es hier weder Nutzungsausfall im Sinne des Schadensersatzrechts noch eine Auslagenpauschale. Es gibt: das Vereinbarte – abzüglich Selbstbehalt. Selbstbeteiligung in der Kasko → · Kasko-Gutachten im Detail →
Ein Punkt, der viel Geld wert ist: Der Wildunfall gehört in die Teilkasko, und dort wird in der Regel nicht zurückgestuft. Ob ein Schaden wirklich vom Wild stammt – oder vom Leitpfosten daneben – entscheidet damit über Jahre von Beiträgen. Wie wir das technisch auseinanderhalten, steht auf einer eigenen Seite. Rückstufung nach einem Kaskoschaden →
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Bei konkreten Rechtsfragen wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Verkehrsrecht.
Ein Reh wiegt 25 Kilo – der Schaden sitzt trotzdem selten nur im Blech
Der typische Wildunfall trifft die Front bei Tempo 70 bis 90 – und damit genau die Zone, in der bei modernen Fahrzeugen die teuerste Technik sitzt. Was von außen nach Stoßfänger und Motorhaube aussieht, ist regelmäßig ein Schaden am Kühlerpaket und an der Sensorik. Deshalb sieht unsere Begutachtung nach einem Wildunfall so aus:
Das Kühlerpaket
Wasserkühler, Ladeluftkühler und Klimakondensator liegen hintereinander. Ein leicht eingedrückter Kondensator ist auf dem Foto unsichtbar und nach 300 Kilometern leer. Wir prüfen die Lamellenverformung, kontrollieren auf Kältemittel-Austritt und nehmen den Bereich mit dem Endoskop von hinten auf – ohne die Front zerlegen zu müssen.
Radar, Kamera, Kalibrierung
Hinter dem Markenemblem sitzt der Abstandsradar, hinter der Frontscheibe die Kamera. Ein Anstoß verstellt beide, ohne sie sichtbar zu beschädigen. Mit den Launch- und Hella-Gutmann-Diagnosetestern lesen wir Fehlerspeicher und Verbaustand aus und dokumentieren den Kalibrierstatus – eine Position, die in schnellen Kalkulationen fast immer fehlt und dreistellig kostet.
Der Unterboden
Ein Wildschwein geht unter das Fahrzeug, kein Reh geht darüber. Auf einer der drei Hebebühnen unserer eigenen Prüfhalle prüfen wir Unterfahrschutz, Ölwanne, Achsträger und Querlenker – und kontrollieren mit der Geometrie- und Achsvermessung gegen die Herstellersollwerte, ob die Spur nach dem Anstoß noch stimmt.
Beim Elektrofahrzeug: die Batterie
Beim Elektroauto liegt der Batterieträger im Unterboden – genau dort, wo ein untergegangenes Wildschwein entlangschrammt. Jeder unserer Sachverständigen führt die vollständige Hochvolt-Ausrüstung im Fahrzeug mit: isolierende Schutzhandschuhe, Bosch BIT 1000 zur Prüfung der Spannungsfreiheit, Absperr- und Warnmaterial; wir arbeiten mit der Hochvolt-Qualifikation Stufe 3S (die erforderliche Stufe bestimmt die Gefährdungsbeurteilung, DGUV Information 209-093 ist eine Information, keine Vorschrift). Wir prüfen den Batterieträger auf der Hebebühne, setzen die Wärmebildkamera an und messen mit dem AVILOO-Test den State of Health. Hochvolt- und Batterieprüfung →
Und wenn die Bescheinigung fehlt: Wir dokumentieren, was das Fahrzeug noch hergibt – Haar- und Gewebeantragungen, Bruchbild und Anstoßhöhe, Verformungsrichtung, das Fehlen von Fremdlack. Das sind technische Feststellungen. Ob sie der Versicherung genügen, entscheidet die Versicherung – wir begründen, wir fordern nicht.
Womit wir arbeiten, steht offen im Netz: unsere technische Ausstattung →
Der Unterschied zwischen „Stoßfänger und Haube“ und dem echten Schaden
Ein typischer Rehunfall bei Tempo 80 an einem Mittelklassewagen mit Abstandsradar. Die schnelle Schätzung sieht die sichtbaren Teile. Die vollständige Befundung sieht, was dahinter liegt. Die Zahlen sind ein Muster – die Positionen sind es nicht.
Die 1.650 Euro Differenz sind kein Verhandlungserfolg – sie sind ein Messergebnis. Und weil in der Kasko die Selbstbeteiligung abgezogen wird, entscheidet genau diese Differenz oft darüber, ob sich die Meldung überhaupt lohnt. rechnen, bevor Sie melden →
Warum uns dieses Thema besonders angeht: Unser Einsatzgebiet ist die Westpfalz und das Saarland – Landstraßen zwischen Feld und Wald, Wildwechsel in der Dämmerung, Rehe an der B420 und Wildschweine im Landkreis Kusel. Der Wildunfall ist hier kein Ausnahmefall, sondern Alltag. Wir kommen zu Ihnen: mobil im Umkreis von rund 150 Kilometern um Theisbergstegen. Kfz-Gutachter in Kusel → · alle Standorte im Überblick →
Bleibt die Frage, ob der Schaden überhaupt vom Wild stammt. Sie klingt nach einer Formalie, ist aber die teuerste Frage des ganzen Vorgangs – denn sie entscheidet über Teilkasko oder Vollkasko und damit über Ihre Beiträge der nächsten Jahre. wie wir Wildspuren von Anstoßspuren trennen →
Was tun Sie jetzt – direkt nach dem Wildunfall?
- Absichern. Warnblinker, Warnweste, Warndreieck. Ein zweiter Unfall an derselben Stelle ist kein seltener Fall, sondern ein häufiger.
- Polizei rufen – auch nachts, auch wenn das Tier weg ist. Die Polizei verständigt den Jagdausübungsberechtigten und stellt die Bescheinigung aus. Das verletzte Tier ist nicht nur eine Versicherungsfrage, sondern auch eine Frage des Tierschutzes.
- Das Tier nicht anfassen und nicht mitnehmen. Wildtiere unterliegen dem Jagdrecht. Wer das Reh einlädt, macht aus einem Versicherungsfall ein Problem.
- Fotografieren. Unfallstelle, Fahrzeug, Anstoßstelle, Haare und Spuren am Fahrzeug, Blutspuren auf der Fahrbahn – alles, was den Zusammenstoß zeigt. Zehn Fotos jetzt ersetzen später zehn Diskussionen.
- Schaden feststellen lassen, bevor repariert wird. Wir kommen zu Ihnen, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Bei kleineren Wildschäden reicht der Kasko-Versicherung oft eine Kostenkalkulation. Kostenkalkulation für die Kasko →
Ausweichen, Nachwirkung, Wildwechselschild
Ausgewichen, nicht berührt
Ohne Zusammenstoß fehlt nach dem Wortlaut vieler Bedingungen die Voraussetzung der Teilkasko. In der Vollkasko kann der Schaden dennoch gedeckt sein – dann aber mit Rückstufung. Eine Frage der Bedingungen und des Einzelfalls. berührungsloser Wildschaden →
Folgeschaden nach dem Anstoß
Wer nach dem Zusammenstoß von der Fahrbahn abkommt, hat einen Folgeschaden – der in der Regel demselben Ereignis zugerechnet wird. Der technische Nachweis dafür ist die Spurenlage am Fahrzeug: erst das Tier, dann der Graben.
Das Wildwechselschild
Ein Wildwechselschild macht den Unfall nicht zum eigenen Verschulden – die Teilkasko fragt nicht nach Schuld. Sie fragt nach dem Zusammenstoß. Anders liegt es nur, wenn grobe Fahrlässigkeit im Raum steht; das ist eine Vertragsfrage.
Was wir bei diesem Thema nicht tun
- Wir stellen keine Wildschadenbescheinigung aus. Das dürfen wir nicht – dafür sind Polizei und Jagdausübungsberechtigter zuständig. Wir dokumentieren technisch, was am Fahrzeug feststellbar ist.
- Wir entscheiden nicht über die Deckung. Ob Ihre Teilkasko zahlt, entscheidet Ihr Versicherer anhand Ihrer Bedingungen. Wir liefern die technischen Feststellungen – und begründen sie.
- Wir erteilen keinen Rechtsrat. Grobe Fahrlässigkeit, Obliegenheiten, Deckungsklage: Das gehört zum Fachanwalt.
- Wir reparieren nicht und wir bergen nicht. Wir begutachten. Welche Werkstatt repariert, entscheiden allein Sie.
Häufige Fragen zur Wildschadenbescheinigung
Zahlt die Teilkasko auch ohne Wildschadenbescheinigung?+
Wer stellt die Bescheinigung aus?+
Welche Tiere sind in der Teilkasko versichert?+
Werde ich nach einem Wildunfall zurückgestuft?+
Brauche ich für einen Wildschaden ein Gutachten oder reicht ein Kostenvoranschlag?+
Das Tier ist weggelaufen. Ist der Fall damit verloren?+
Nach dem Wildunfall zählt, was noch nachweisbar ist
Wir kommen in der Regel innerhalb von 24 Stunden, dokumentieren Spuren und verdeckte Schäden – Kühlerpaket, Sensorik, Unterboden – und liefern der Kasko belastbare Befunde. Kein 5-Minuten-Gutachten. Persönlich. Unabhängig. Fachlich präzise.
Bastian Kfz-Gutachter
Bastian Kfz-Gutachter Sachverständigenbüro e.K.
Inhaber Gunther Bastian, Kfz-Meister
Bergstraße 2 · 66871 Theisbergstegen
E-Mail: info@sv-bastian.de
Mobil: 0170 5229451 · Festnetz anrufen
Einsatzgebiet: mobil im Umkreis von rund 150 km um Theisbergstegen – Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teile von Hessen und Baden-Württemberg.
Erreichbarkeit: täglich 06:00–22:00 Uhr – Sie sprechen direkt mit einem Kfz-Sachverständigen.
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